Berufsunfähigkeitsversicherung berechnen und vergleichen
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine vereinbarte monatliche Rente zahlen, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können. Entscheidend sind Beruf, Eintrittsalter, gewünschte BU-Rente, Laufzeit und die vereinbarten Vertragsbedingungen.
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Wann gilt man als berufsunfähig?
Maßgeblich ist grundsätzlich Ihr zuletzt ausgeübter Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war. Ursache können eine Krankheit, eine Körperverletzung oder ein mehr als altersentsprechender Kräfteverfall sein. Die gesetzliche Mindestdefinition steht in § 172 VVG – Versicherungsbedingungen dürfen zu Ihren Gunsten davon abweichen, jedoch nicht zu Ihren Ungunsten.
In der Praxis wird häufig mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von mindestens 50 Prozent gearbeitet – die genaue Schwelle ist im jeweiligen Tarif zu prüfen. Berufsunfähigkeit ist außerdem nicht dasselbe wie eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit oder die gesetzliche Erwerbsminderung.
Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung – was ist der Unterschied?
Private Berufsunfähigkeitsversicherung
Orientiert sich am zuletzt ausgeübten Beruf und den vereinbarten Bedingungen. Zahlt die vereinbarte BU-Rente, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Die Höhe richtet sich nach dem Vertrag.
Gesetzliche Erwerbsminderungsrente
Beurteilt das verbleibende Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Volle Erwerbsminderung liegt grundsätzlich bei unter drei Stunden täglicher Arbeitsfähigkeit vor, teilweise Erwerbsminderung bei drei bis unter sechs Stunden. Es müssen zusätzliche versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein, und die Höhe hängt von der individuellen Rentenbiografie ab.
Ob und in welcher Höhe ein Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente besteht, ist individuell unterschiedlich.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Die passende Rentenhöhe wird individuell berechnet. Dabei spielen unter anderem eine Rolle:
- monatliche Lebenshaltungskosten
- Miete oder Immobilienfinanzierung
- Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge
- laufende Kredite
- Unterhalt und Familie
- vorhandene Rücklagen
- mögliche gesetzliche oder betriebliche Leistungen
- Altersvorsorge während einer längeren Berufsunfähigkeit
Häufig wird ein Anteil des bisherigen Nettoeinkommens als Ausgangspunkt verwendet. Entscheidend ist jedoch der tatsächliche monatliche Finanzbedarf – eine pauschal richtige Prozentzahl gibt es nicht.
Bis zu welchem Alter sollte die BU laufen?
Die Laufzeit sollte sich möglichst an Ihrer geplanten Erwerbsdauer orientieren. Kurze Laufzeiten können später eine Versorgungslücke verursachen, und ein neuer Vertrag oder eine Verlängerung kann mit steigendem Alter oder bei gesundheitlichen Veränderungen schwieriger oder teurer werden. Ein Endalter von 67 Jahren ist für viele Erwerbsbiografien eine Orientierung, aber keine pauschale Pflicht – berufliche und persönliche Planung sollten einfließen.
Was bedeutet Verweisung in der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Abstrakte Verweisung
Nach § 172 Abs. 3 VVG kann vereinbart werden, dass der Versicherer nicht leisten muss, wenn Sie eine andere Tätigkeit ausüben könnten, die Ihrer Ausbildung und Ihren Fähigkeiten entspricht und Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht. Viele heutige Tarife verzichten freiwillig zugunsten der versicherten Person auf diesen Verweis – der genaue Wortlaut der Bedingungen sollte geprüft werden.
Konkrete Verweisung
Kann relevant werden, wenn Sie tatsächlich eine andere Tätigkeit ausüben. Einkommen, soziale Stellung und die konkrete Ausgestaltung dieser Tätigkeit können entscheidend sein. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Tarif.
Was ist eine AU-Klausel?
Die Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) ist ein zusätzlicher tariflicher Leistungsbaustein. Sie kann bei einer längeren ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit Leistungen ermöglichen, teils bereits bevor die vollständige BU-Leistungsprüfung abgeschlossen ist. Erforderliche Dauer, ärztliche Nachweise und der Leistungszeitraum unterscheiden sich je nach Tarif; manche Tarife zahlen rückwirkend, andere ab einem bestimmten Zeitpunkt, und die AU-Leistung ist meist zeitlich begrenzt. Eine automatische Zahlung nach einer festen Anzahl an Monaten gibt es nicht pauschal – das hängt vom jeweiligen Vertrag ab.
Gesundheitsfragen vollständig beantworten
Versicherer fragen nach Erkrankungen, Beschwerden, Behandlungen, Medikamenten, Arbeitsunfähigkeitszeiten und weiteren Risiken. Maßgeblich sind ausschließlich die konkret in Textform gestellten Fragen und die jeweils angegebenen Abfragezeiträume – Ihre Antworten müssen darauf vollständig und wahrheitsgemäß sein (§ 19 VVG).
Unklare Diagnosen oder frühere Behandlungen sollten Sie vor der Antragstellung prüfen, etwa über eigene Unterlagen bei behandelnden Ärzten. Auskünfte der Krankenkasse können ergänzend helfen, bilden aber nicht zwangsläufig alle relevanten Diagnosen vollständig ab. Interpretieren oder verschweigen Sie keine Diagnosen selbst. Welche Folgen fehlerhafte Angaben im Einzelfall haben, hängt unter anderem von Verschulden und Kausalität ab.
Wann kann eine Risikovoranfrage sinnvoll sein?
Bei Vorerkrankungen oder einer unklaren Krankenhistorie kann eine Risikovoranfrage vor dem eigentlichen Antrag helfen, Annahme, Zuschlag oder Ausschluss besser einzuschätzen. Solche Anfragen können über spezialisierte Vermittler anonymisiert oder pseudonymisiert gestellt werden; Verfahren und Datenschutz hängen vom jeweiligen Anbieter beziehungsweise Vermittler ab. Von mehreren parallelen regulären Anträgen ohne vorherige Prüfung der Auswirkungen raten wir ab.
BU-Rente später erhöhen
Manche Tarife erlauben eine Erhöhung der BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung, etwa anlässlich Heirat, Geburt, Immobilienkauf, Selbstständigkeit oder Einkommenssteigerung. Fristen, Höchstalter, maximale Erhöhung und wirtschaftliche Angemessenheit sind dabei zu beachten. Ereignisunabhängige Erhöhungsoptionen bestehen teils tarifabhängig, und je nach Bedingungen kann trotzdem eine erneute Berufs- oder Risikoprüfung relevant werden. Eine Nachversicherungsgarantie ist kein fester Bestandteil jedes Tarifs.
Beitrags- und Leistungsdynamik
Beitragsdynamik
Regelmäßige Erhöhung von Beitrag und versicherter BU-Rente vor Eintritt der Berufsunfähigkeit, um einen Kaufkraftverlust auszugleichen. Widerspruchsmöglichkeiten und Folgen sollten geprüft werden.
Leistungsdynamik
Erhöhung einer bereits laufenden BU-Rente nach Eintritt des Leistungsfalls, nur bei entsprechender Vereinbarung und teils mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Beide Formen sind nicht mit der Überschussbeteiligung zu verwechseln.
Zahlbeitrag und Tarifbeitrag verstehen
Der Nettobeitrag (Zahlbeitrag) ist der aktuell zu zahlende Beitrag nach Verrechnung mit Überschüssen. Der Bruttobeitrag (Tarifbeitrag) ist der vertraglich kalkulierte Höchstbeitrag. Sinkende Überschüsse können den Zahlbeitrag im Zeitverlauf erhöhen – ein Vergleich sollte deshalb beide Werte berücksichtigen. Ein niedriger Zahlbeitrag allein sagt wenig über die Qualität des Vertrags aus.
BU-Schutz nach Beruf und Lebenssituation
Angestellte
Die konkrete Tätigkeit und der Anteil körperlicher Arbeit sind wichtig für die Einstufung.
Selbstständige
Mögliche Umorganisationsklauseln, betriebliche Aufgaben und Mitarbeiterzahl können relevant sein.
Beamte
Eine Dienstunfähigkeitsklausel (echt, vollständig oder unvollständig) kann relevant sein. Dienstunfähigkeit ist nicht mit privater Berufsunfähigkeit gleichzusetzen.
Ärzte & medizinische Berufe
Eine Infektionsklausel kann relevant sein – der genaue Wortlaut sollte geprüft werden.
Handwerk & körperliche Berufe
Häufig höhere Risikoeinstufung; eine möglichst genaue Tätigkeitsbeschreibung hilft. Alternativen können ergänzend infrage kommen.
Studenten & Auszubildende
Die Definition des versicherten Berufs beziehungsweise Studienfachs sowie die spätere Berufsaufnahme und Nachversicherung sollten geprüft werden.
Welche Alternativen gibt es zur BU?
Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es weitere Absicherungen, die andere Risiken abdecken und eine BU nicht automatisch vollständig ersetzen: Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung, private Unfallversicherung, Krankentagegeld und Dread-Disease-Versicherung. Je nach Beruf und Gesundheitssituation kann eine dieser Alternativen ergänzend oder als Einstieg infrage kommen.
Welche Versicherer sind im Vergleich enthalten?
Der Vergleich ermittelt anhand Ihrer Angaben zu Beruf, Alter und gewünschter BU-Rente passende Angebote mehrerer Berufsunfähigkeitsversicherer. Eine vollständige Marktübersicht bildet auch dieser Vergleich nicht ab – welche Anbieter im Einzelfall ein Angebot unterbreiten, zeigt sich nach Absenden der Anfrage.
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Sie kann eine vereinbarte monatliche Rente zahlen, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr oder nur eingeschränkt ausüben können.
Wann gilt man als berufsunfähig?
Wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können – die genauen Voraussetzungen regeln die Versicherungsbedingungen.
Was ist der Unterschied zur Erwerbsminderungsrente?
Die private BU orientiert sich am zuletzt ausgeübten Beruf, die gesetzliche Erwerbsminderungsrente am verbleibenden Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Das hängt vom individuellen Finanzbedarf ab, etwa Lebenshaltungskosten, Miete, Kredite und Familie – eine pauschal richtige Höhe gibt es nicht.
Bis zu welchem Alter sollte die Versicherung laufen?
Idealerweise passend zur geplanten Erwerbsdauer. Ein Endalter von 67 Jahren ist eine mögliche Orientierung, aber keine feste Regel.
Was bedeutet abstrakte Verweisung?
Nach § 172 Abs. 3 VVG könnte der Versicherer auf eine andere zumutbare Tätigkeit verweisen. Viele heutige Tarife verzichten darauf freiwillig – der Wortlaut der Bedingungen entscheidet.
Was ist eine AU-Klausel?
Ein zusätzlicher Baustein, der bei längerer ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit Leistungen ermöglichen kann. Dauer und Nachweise sind tarifabhängig.
Welche Gesundheitsfragen werden gestellt?
Maßgeblich sind ausschließlich die konkret in Textform gestellten Fragen zu Erkrankungen, Behandlungen und weiteren Risiken innerhalb der jeweils genannten Zeiträume.
Was passiert bei falschen Gesundheitsangaben?
Die Folgen hängen vom Einzelfall ab, unter anderem von Verschulden und Kausalität – pauschale Aussagen sind hier nicht möglich.
Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
Eine Voranfrage bei Vorerkrankungen, die über spezialisierte Vermittler anonymisiert oder pseudonymisiert gestellt werden kann, um Annahmechancen einzuschätzen.
Was bedeutet Nachversicherungsgarantie?
Die Möglichkeit, die BU-Rente bei bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen – Fristen und Grenzen sind tarifabhängig.
Was ist der Unterschied zwischen Netto- und Bruttobeitrag?
Der Nettobeitrag ist der aktuell zu zahlende Beitrag nach Überschussverrechnung, der Bruttobeitrag der vertraglich kalkulierte Höchstbeitrag.
Welche Besonderheiten gelten für Beamte?
Für Beamte kann eine Dienstunfähigkeitsklausel relevant sein – Dienstunfähigkeit ist rechtlich nicht dasselbe wie private Berufsunfähigkeit.
Weiterführende Vergleiche
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Für alle, die für andere Personen finanziell sorgen.
Private Unfallversicherung
Ergänzender Schutz bei Unfällen im Alltag.
Krankentagegeldversicherung
Sichert Ihr Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit.
Altersvorsorge
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Vergleichen Sie gewünschte BU-Rente, Laufzeit, Beiträge und Vertragsbedingungen verschiedener Berufsunfähigkeitsversicherungen.
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