Welche Versicherungen brauche ich als Azubi?
Mit dem Ausbildungsvertrag kommen oft die ersten Versicherungsangebote. Vieles ist schon geregelt – über den Betrieb, die Berufsschule oder die Eltern. Wichtig wird vor allem der Schutz, falls Sie dauerhaft nicht mehr arbeiten können.
- Als Azubi automatisch krankenversichert
- Arbeitsweg gesetzlich unfallversichert
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Typische Situationen
Im Betrieb und in der Berufsschule
Als Beschäftigte sind Azubis kraft Gesetzes unfallversichert, ebenso in der Berufsschule und auf dem direkten Weg dorthin. Eine private Unfallversicherung käme nur als Ergänzung für die Freizeit dazu.
Haftpflicht über die Eltern
In der ersten ununterbrochenen Ausbildung sind Sie meist über die Privathaftpflicht der Eltern mitversichert – je nach Tarif. Spätestens nach der Ausbildung oder einer Heirat endet das.
Noch zu Hause wohnen
Wer noch bei den Eltern oder zur Untermiete wohnt, ist beim Hausrat gegebenenfalls über die Eltern geschützt. Eine eigene Hausratversicherung prüfen Sie mit eigenem Hausstand – entscheidend ist der Wert Ihres Besitzes.
Das erste eigene Auto
Als Halter brauchen Sie eine Kfz-Haftpflicht, ohne sie wird kein Fahrzeug zugelassen. Eine Kasko lohnt sich laut Verbraucherzentrale vor allem bei neuen, wertvollen oder per Kredit finanzierten Fahrzeugen.
Quellen: § 2 SGB VII, § 8 SGB VII, Verbraucherzentrale: Privathaftpflicht (07.10.2026), Verbraucherzentrale: Zum Start in Ausbildung oder Job (21.11.2025), Verbraucherzentrale: Hausrat (10.11.2025), § 1 PflVG.
Die wichtigsten Versicherungen in der Ausbildung
- Krankenversicherung
- Azubis gegen Arbeitsentgelt sind automatisch gesetzlich pflichtversichert. Sie müssen nichts extra abschließen, nur eine Krankenkasse wählen.
- Privathaftpflicht
- Laut Verbraucherzentrale Hamburg unverzichtbar. Oft greift in der ersten Ausbildung noch der Vertrag der Eltern, danach brauchen Sie eine eigene Police.
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Erwerbsminderungsrente setzt grundsätzlich fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge voraus. Ausnahmen gibt es etwa nach einem Arbeitsunfall ( § 53 SGB VI). Maßstab ist zudem der allgemeine Arbeitsmarkt, nicht Ihr Beruf – und die Rente liegt laut Verbraucherzentrale im Schnitt unter dem Grundsicherungsniveau. Mehr: BU für Azubis.
- Kfz-Haftpflicht
- Nur mit eigenem Fahrzeug, dann Pflicht für den Halter. Tipps für den Start: Kfz-Versicherung für Fahranfänger.
Quellen: § 5 SGB V, Verbraucherzentrale: Zum Start in Ausbildung oder Job (21.11.2025), Verbraucherzentrale Hamburg: Wie sich Azubis versichern sollten (19.07.2024), Verbraucherzentrale: Privathaftpflicht (07.10.2026), § 50 SGB VI, § 43 SGB VI, § 53 SGB VI, Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeit (02.01.2025), § 1 PflVG. Maßgeblich sind Ihr Vertrag und die Versicherungsbedingungen. Allgemeine Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Das sollten Sie vor dem Vergleich klären
- Elternverträge klären: Fragen Sie nach, ob Sie in Haftpflicht und Rechtsschutz der Eltern noch mitversichert sind – das hängt vom Tarif ab.
- Ende der Ausbildung vormerken: Spätestens dann oder bei einer Heirat brauchen Sie eine eigene Privathaftpflicht.
- BU früh angehen: Existenzbedrohende Risiken sollten Sie laut Verbraucherzentrale so früh wie möglich versichern.
- Nicht verunsichern lassen: Laut Verbraucherzentrale Hamburg muss nicht jede Versicherung sein. Kleinrisiken wie Glasbruch müssen Sie nicht absichern.
Was Sie brauchen – und was eher nicht
Diese brauchen Sie
- Kranken- und Pflegeversicherung: automatisch über die Ausbildung
- Privathaftpflicht: oft noch über die Eltern
- Kfz-Haftpflicht: nur mit eigenem Fahrzeug, dann Pflicht
Sollten Sie haben
- Berufsunfähigkeitsversicherung: laut VZ eine Versicherung, die jeder haben sollte
Hängt von Ihrer Lage ab
- Unfallversicherung: nur als Ergänzung für die Freizeit, kein BU-Ersatz
- Hausrat: erst mit eigenem Hausstand prüfen
- Rechtsschutz: laut VZ Hamburg kein Muss, oft über die Eltern
Brauchen Sie meist nicht
- Krankentagegeld: lohnt laut VZ selten, erst recht nicht in der Ausbildung
- Glas-, Geräte- und Reisegepäckversicherung: kein existenzielles Risiko
Quellen: Verbraucherzentrale: Zum Start in Ausbildung oder Job (21.11.2025), Verbraucherzentrale Hamburg: Welche Versicherung brauche ich wirklich? (15.04.2026), Verbraucherzentrale Hamburg: Wie sich Azubis versichern sollten (19.07.2024), § 5 SGB V, § 20 SGB XI, § 2 SGB VII.
Typische Fehler in der Ausbildung
„Mit der Ausbildung brauche ich sofort eine eigene Haftpflicht.“
Oft besteht in der ersten Ausbildung noch Schutz über die Eltern. Erst prüfen, dann gegebenenfalls abschließen.
„Für den Weg zur Arbeit brauche ich eine Unfallversicherung.“
Der direkte Weg zur Arbeit und zur Berufsschule ist gesetzlich unfallversichert.
„Kann ich nicht mehr arbeiten, zahlt die Rentenkasse.“
Erwerbsminderungsrente setzt grundsätzlich fünf Jahre Wartezeit voraus, Ausnahmen gibt es etwa nach einem Arbeitsunfall. Und sie misst am allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht an Ihrem Beruf.
„Je mehr Policen, desto sicherer.“
Laut Verbraucherzentrale Hamburg muss nicht jede Versicherung sein. Kleinrisiken wie Glasbruch sind kein echtes finanzielles Risiko.
Quellen: Verbraucherzentrale Hamburg: Wie sich Azubis versichern sollten (19.07.2024), Verbraucherzentrale: Privathaftpflicht (07.10.2026), § 8 SGB VII, § 50 SGB VI, § 43 SGB VI, § 53 SGB VI, Verbraucherzentrale: Zum Start in Ausbildung oder Job (21.11.2025).
Häufige Fragen zu Versicherungen in der Ausbildung
Muss ich mich als Azubi selbst krankenversichern?
Nein. Azubis gegen Arbeitsentgelt sind automatisch gesetzlich pflichtversichert. Sie wählen nur die Krankenkasse.
Bin ich über meine Eltern haftpflichtversichert?
Häufig ja, während der ersten Ausbildung und je nach Tarif. Spätestens nach der Ausbildung oder bei einer Heirat endet das.
Warum ist die BU gerade für Azubis wichtig?
Weil Berufsstarter meist noch keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente haben. Laut Verbraucherzentrale bietet nur die BU umfassenden Schutz gegen dauerhaften Einkommensausfall durch Krankheit und Unfall.
Bin ich in der Berufsschule unfallversichert?
Ja. Schüler berufsbildender Schulen sind gesetzlich unfallversichert, ebenso Beschäftigte im Betrieb und auf dem direkten Weg.
Brauche ich eine eigene Rechtsschutzversicherung?
Meist nicht. Als Azubi sind Sie im Familienvertrag der Eltern oft mitversichert, und die Verbraucherzentrale Hamburg sieht Rechtsschutz als „Kein Muss“.
Wann brauche ich eine Hausratversicherung?
Mit eigenem Hausstand und nennenswertem Hausrat. Vorher sind Sie oft über die Eltern geschützt.
Starten Sie gut abgesichert in die Ausbildung
Klären Sie zuerst, was über Betrieb und Eltern läuft – und sichern Sie dann das ab, was wirklich fehlt.
Unabhängige Gegenprobe: Wie sich Azubis versichern sollten, erklärt auch die Verbraucherzentrale Hamburg.