Welche Versicherungen braucht eine junge Familie?
Mit Kindern ändert sich der Bedarf: Ihr Einkommen trägt jetzt mehrere Menschen, und Kinder bringen eigene Risiken mit. Wichtig sind vor allem Haftpflicht, Einkommens- und Hinterbliebenenschutz – nicht jede Kinderpolice.
- Kinder unter 7 haften nicht
- Kinder in der GKV meist beitragsfrei
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Typische Situationen
Das Kind beschädigt etwas
Kinder unter 7 Jahren haften nicht für Schäden, die sie anderen zufügen. Bei Unfällen mit Kraftfahrzeug, Schienen- oder Schwebebahn gilt das bis unter 10 Jahren, außer bei Vorsatz. Eltern haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Die Verbraucherzentrale rät zu einem Tarif, der deliktunfähige Kinder mitversichert.
Kita und Schule
Kinder in Tageseinrichtungen, bei geeigneten Tagespflegepersonen und in der Schule sind gesetzlich unfallversichert – in der Freizeit nicht.
Krankheit statt Unfall
Kinder werden viel wahrscheinlicher durch Krankheit invalide als durch einen Unfall. Eine Kinderunfallversicherung deckt Krankheit nicht ab.
Ein Elternteil ist privat versichert
Kinder sind nicht familienversichert, wenn der verwandte Ehe- oder Lebenspartner nicht gesetzlich versichert ist, regelmäßig mehr als ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze im Monat verdient und mehr als das Mitglied.
Quellen: § 828 BGB, § 832 BGB, Verbraucherzentrale: Privathaftpflicht (07.10.2026), § 2 SGB VII, Verbraucherzentrale: Kinderinvaliditätsversicherung (11.02.2026), § 10 SGB V.
Die wichtigsten Versicherungen für Familien
- Privathaftpflicht im Familientarif
- Ein Vertrag deckt die ganze Familie. Achten Sie darauf, dass Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert sind: Familienhaftpflicht.
- Krankenversicherung
- Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder sind in der gesetzlichen Krankenversicherung oft beitragsfrei mitversichert: Familienversicherung. Sonderfall: Kinder in der PKV.
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Die Verbraucherzentrale nennt sie für Familien mit Kindern, die VZ Hamburg stuft sie als wichtig ein. Mehr: Berufsunfähigkeit.
- Risikolebensversicherung
- Sie sichert Angehörige im Todesfall finanziell ab. Sinnvoll ist sie, wenn Ihr Tod eine finanzielle Lücke reißen würde: Risikolebensversicherung.
- Kinderinvaliditätsversicherung
- Die Verbraucherzentralen stufen sie als mindestens so bedeutsam ein wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Anders als eine Kinderunfallversicherung zahlt sie auch bei Krankheit.
Quellen: Verbraucherzentrale: Welche Versicherung brauche ich? (20.01.2025), Verbraucherzentrale: Privathaftpflicht (07.10.2026), § 10 SGB V, Verbraucherzentrale Hamburg: Welche Versicherung brauche ich wirklich? (15.04.2026), Verbraucherzentrale: Risikolebensversicherung (16.02.2026), Verbraucherzentrale: Kinderinvaliditätsversicherung (11.02.2026). Maßgeblich sind Ihr Vertrag und die Versicherungsbedingungen. Allgemeine Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Das sollten Sie vor dem Vergleich klären
- Haftpflicht anpassen: Prüfen Sie, ob Ihr Tarif die Familie umfasst und Schäden durch deliktunfähige Kinder einschließt.
- Familienversicherung klären: Ist ein Elternteil privat versichert und verdient mehr, sind die Kinder unter Umständen nicht beitragsfrei mitversichert.
- Versicherungssumme der Risikoleben: Entscheidend ist die finanzielle Lücke, die Ihr Tod für die Familie reißen würde.
- Hausrat nachziehen: Mit wachsendem Hausstand passt die Versicherungssumme oft nicht mehr. Bei Unterversicherung ersetzt der Versicherer nur einen Teil.
Was Sie brauchen – und was eher nicht
Diese brauchen Sie
- Privathaftpflicht im Familientarif: für jeden unverzichtbar
- Krankenversicherung: Pflicht, Kinder oft beitragsfrei
Sollten Sie haben
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Ihr Einkommen trägt die Familie
- Risikolebensversicherung: sichert Hinterbliebene ab
- Kinderinvaliditätsversicherung: zahlt auch bei Krankheit
Hängt von Ihrer Lage ab
- Kinder unfallversicherung: Kita und Schule sind gesetzlich versichert, die Freizeit nicht
- Hausrat: mit wachsendem Hausstand wichtiger
Brauchen Sie meist nicht
- Ausbildungsversicherung: laut VZ Hamburg eine Kapitallebensversicherung, nicht empfehlenswert
- Krankenhaustagegeld: deckt kein existenzielles Risiko
Quellen: Verbraucherzentrale: Welche Versicherung brauche ich? (20.01.2025), Verbraucherzentrale Hamburg: Welche Versicherung brauche ich wirklich? (15.04.2026), Verbraucherzentrale: Kinderinvaliditätsversicherung (11.02.2026), Verbraucherzentrale: Hausrat (10.11.2025), § 2 SGB VII, § 193 VVG.
Typische Fehler bei Familien
„Kinder sind in der Haftpflicht immer mitversichert.“
Kinder unter 7 haften rechtlich nicht. Haben Sie Ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, zahlt für ihre Schäden nur ein Tarif, der deliktunfähige Kinder ausdrücklich einschließt.
„Eine Kinderunfallversicherung reicht.“
Invalidität durch Krankheit ist viel wahrscheinlicher. Das deckt nur die Kinderinvaliditätsversicherung.
„Kinder sind immer kostenlos in der GKV.“
Nicht, wenn Sie verheiratet oder verpartnert sind und der privat versicherte Elternteil mehr als die Grenze sowie mehr als der gesetzlich versicherte verdient.
„Eine Ausbildungsversicherung ist gute Vorsorge.“
Laut Verbraucherzentrale Hamburg ist sie eine Kapitallebensversicherung und nicht empfehlenswert.
Quellen: Verbraucherzentrale: Privathaftpflicht (07.10.2026), § 828 BGB, § 832 BGB, Verbraucherzentrale: Kinderinvaliditätsversicherung (11.02.2026), § 10 SGB V, Verbraucherzentrale Hamburg: Welche Versicherung brauche ich wirklich? (15.04.2026).
Häufige Fragen zu Versicherungen für Familien
Welche Versicherungen braucht eine junge Familie?
Die Verbraucherzentrale nennt Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Privathaftpflicht, Kinderinvaliditäts-, (Kinder-)Unfall- und Risikolebensversicherung.
Sind unsere Kinder in der GKV kostenlos mitversichert?
In der Regel ja, über die Familienversicherung. Ausnahme: Sie sind verheiratet oder verpartnert, und der privat versicherte Elternteil verdient mehr als die Grenze und mehr als der gesetzlich versicherte.
Wer zahlt, wenn unser Kind unter 7 etwas kaputt macht?
Das Kind selbst haftet nicht. Haben Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt, haften Sie als Eltern (§ 832 BGB). Sonst zahlt nur ein Tarif, der Schäden durch deliktunfähige Kinder einschließt – dazu rät die Verbraucherzentrale.
Ist mein Kind in Kita und Schule unfallversichert?
Ja, gesetzlich. In der Freizeit nicht.
Wie hoch sollte die Risikolebensversicherung sein?
Entscheidend ist die finanzielle Lücke, die Ihr Tod für die Familie reißen würde. Rechnen Sie Ihren Bedarf individuell durch.
Kinderinvalidität oder Kinderunfall?
Laut Verbraucherzentrale ist die Kinderinvaliditätsversicherung wichtiger, weil sie auch bei Krankheit zahlt.
Ist Ihre Familie gut abgesichert?
Sichern Sie zuerst Haftung, Einkommen und Hinterbliebene ab – Extras für die Kinder kommen danach.
Unabhängige Gegenprobe: Welche Versicherungen Familien mit Kindern brauchen, zeigt auch die Übersicht der Verbraucherzentrale.