Private Krankenversicherung

Alterungsrückstellung in der PKV: Funktion, Wechsel und Beitragserhöhungen

Ein Teil Ihres PKV-Beitrags wird in jungen Jahren zurückgelegt, damit der Beitrag im Alter nicht explodiert. Diese Alterungsrückstellung ist der Grund, warum ein Tarifwechsel beim eigenen Versicherer meist besser ist als ein Wechsel zu einem anderen: Dorthin wird nur ein Teil mitgenommen.

  • Pflicht in der PKV (§ 146 VAG)
  • Beim eigenen Versicherer voll angerechnet
  • Bei Wechsel nur Basistarif-Anteil
  • 10-%-Zuschlag bis 60

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So funktioniert die Alterungsrückstellung

Die private Krankenvollversicherung darf nur nach Art der Lebensversicherung betrieben werden. Dazu gehören eine Alterungsrückstellung, der Ausschluss der ordentlichen Kündigung durch den Versicherer und das Recht auf Tarifwechsel ( § 146 VAG).

Zusätzlich zahlen Sie vom 22. bis zum 60. Lebensjahr einen gesetzlichen Zuschlag von 10 % der Prämie; das Geld federt ab 65 Beitragserhöhungen ab ( § 149 VAG, § 150 VAG). 90 % der Überzinsen werden den Versicherten gutgeschrieben.

Was beim Wechsel mitgenommen wird

Alterungsrückstellung je nach Wechsel
Wechsel Alterungsrückstellung
Tarifwechsel beim eigenen Versicherer wird vollständig angerechnet
Wechsel zu anderem Versicherer (Vertrag ab 2009) nur der Teil, der dem Basistarif entspricht
Wechsel zu anderem Versicherer (Vertrag vor 2009) in der Regel keine Übertragung
Private Pflege-Pflichtversicherung kalkulierte Rückstellung wird übertragen

Quellen: § 204 Abs. 1 und 3 VVG, BMG. Deshalb ist der Tarifwechsel beim eigenen Versicherer meist die bessere Wahl: PKV-Beitrag senken.

Warum die Beiträge trotzdem steigen

Der Versicherer darf den Beitrag nur anpassen, wenn sich die Rechnungsgrundlagen dauerhaft ändern und ein unabhängiger Treuhänder zustimmt ( § 203 VVG). Ausgelöst wird die Prüfung, wenn die Leistungen um mehr als 10 % – oder einen im Vertrag vereinbarten niedrigeren Wert wie 5 % – von der Kalkulation abweichen ( § 155 VAG).

Zum 1. Januar 2027 steigen laut PKV-Verband für rund 53 % der Privatversicherten die Beiträge, im Schnitt um 13,4 % (Beihilfetarife 11,4 %, übrige 15,3 %). Über 20 Jahre stiegen die Beitragseinnahmen je Versichertem in der PKV laut Verband um 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 % ( PKV-Verband).

Quellen

Stand der Recherche: 19. Oktober 2026. Maßgeblich sind Ihre Versicherungsbedingungen. Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Versicherungsberatung.

FAQ

Häufige Fragen zur Alterungsrückstellung

Was ist die Alterungsrückstellung?

Ein Teil Ihrer Beiträge, der in jungen Jahren für die höheren Kosten im Alter zurückgelegt wird.

Kann ich die Alterungsrückstellung mitnehmen?

Beim eigenen Versicherer vollständig. Bei einem anderen Versicherer nur den Teil, der dem Basistarif entspricht – und nur bei Verträgen ab 2009.

Was ist der 10-%-Zuschlag?

Ein gesetzlicher Zuschlag vom 22. bis 60. Lebensjahr, der ab 65 Beitragserhöhungen abfedert.

Warum steigen PKV-Beiträge trotzdem?

Weil Gesundheitskosten und Lebenserwartung steigen. Weichen die Leistungen um mehr als 10 % von der Kalkulation ab, wird neu kalkuliert.

Um wie viel steigen die Beiträge 2027?

Laut PKV-Verband für rund 53 % der Versicherten, im Schnitt um 13,4 %.

Beitragserhöhung? Tarif wechseln

Nutzen Sie den Tarifwechsel beim eigenen Versicherer – dort bleibt Ihre Rückstellung erhalten.

Eine Beratung zum PKV-Tarifwechsel gegen feste Gebühr und ohne Verkaufsinteresse bietet zum Beispiel die Verbraucherzentrale Hamburg.